Goldene Regeln für einen guten Webkatalog

Die momentan geführte Diskussion zum Thema Webkataloge hat mich dazu bewogen, einmal meine Sichtweise in Form von einer kleinen Liste zusammenzufassen. Einleitend möchte ich jedoch bereits jetzt sagen, dass die Einhaltung der Listenpunkte Ihnen nicht den absoluten Erfolg des Projektes garantieren kann, aber Sie werden sich in den meisten Fällen von Ihren Mitbewerben absetzen bzw. Sie werden einen enormen Wettbewerbsvorteil erlangen, denn Sie dann natürlich auch in bares Geld (z.B. durch Werbeeinnahmen) verwandeln können.

1. Ein festes Ziel setzen

Der wichtigste Schritt ist in meinen Augen bereits die Vorbereitung Ihres Projektes, denn Sie sollten sich zunächst ein Ziel setzen, dass Sie mit Ihrem Katalog erreichen möchten. Stellen Sie sich also die Frage, warum Sie überhaupt einen eigenen Katalog aufsetzen möchten und was Sie mit dessen Hilfe erreichen wollen? Oftmals werden Webkataloge nur aufgesetzt um andere Projekte zu promoten bzw. um diesen einen Vorteil im Suchmaschinen-Ranking zu verschaffen, doch solche Verzeichnisse sind bereits seit langem zum Scheitern verurteilt.

Optimal wäre es, wenn Sie sich zum Ziel setzen, Ihren Besuchern eine ausführliche Informationsquelle zu einem begrenzten Themengebiet zusammenzustellen und dieses Themengebiet sollte nach Möglichkeit auch Ihren persönlichen Interessen entsprechen, denn nur dann werden Sie mit der entsprechenden Energie und dem persönlichen Einsatz an das Projekt herantreten. Es schließlich kein großes Geheimnis, dass wir Menschen an die Dinge, die uns Spaß machen, mit besonders viel Engagement herantreten.

2. Die Domain

Gerade bei einem regional oder thematisch begrenztem Katalog sollten Sie Ihren Domainnamen mit Bedacht auswählen, denn ein Schnellschuß kann hier später fatale Folgen für Ihren Erfolg haben. Der Name sollte nicht nur kurz und einprägsam sein, sondern er sollte nach Möglichkeit auch einen Bezug zum Thema Ihres Webkataloges haben.

3. Corporate Design

Wenn Sie Ihren Domainnamen festgelegt haben, dann sollten Sie sich erste Gedanken zu Ihrem Corporate Design machen, denn sowohl Ihr Logo, als auch das Layout des Projekts werden Ihr persönlicher Fungerabdruck sein. Anhand dieser Merkmale wird Sie die Nutzer in Erinnerung behalten oder ganz schnell wieder vergessen. Machen Sie den Besuch Ihres Webkatalogs also durch ein individuelles Corporate – Design zu einem unvergesslichem Erlebnis für den Nutzer.

4. Die Software

Bei der Wahl einer geeigneten Software kann man mehr Fehler machen, als man zu Anfang vielleicht vermuten mag, denn viele Betreiber sparen hier am falschen Ende und so werden Sie mit zunehmenden Erfolg des Projektes immer öfter mit Problemen konfrontiert, die später nur noch schwer zu lösen sind. Achten Sie beim Kauf Ihrer Software also darauf, dass das Produkt wirklich kontinuierlich vom Anbieter weiterentwickelt wird, denn nur so können Sie sicher sein, dass die von Ihnen eingesetzte Software auch den aktuellen Anfsprüchen im Bereich der Suchmaschinen – Optimierung entspricht.

Halten Sie die Software-Installation stets aktuell, denn auch hier setzen viele Betreiber oftmals den Rotstift an. Sei es, weil Sie die Kosten für eine Aktualisierung nicht tragen möchten oder sei es, weil Sie den Aufwand für ein Update scheuen. Ganz egal, aus welchem Grund Sie sich gegen ein Update entscheiden, es wird auf lange Sicht immer ein Fehler sein, denn zum einem sind spätere Updatesprünge meistens sehr kostenintensiv bzw. sind diese nur mit viel Arbeitsaufwand umzusetzen und zum anderen bringen neue Versionen Ihrer Webkatalog – Software in der Regel auch neue Funktionen mit, die Ihnen einen Mehrwert in Sachen Komfort oder Suchmaschinentauglichkeit bieten.

Sofern es Ihr Budget erlaubt, sollten Sie sich darüber Gedanken machen, ob Sie die Software nicht gemeinsam mit dem Hersteller exakt an die Bedürfnisse Ihres Projektes anpassen, denn auch das ist ein weiterer Schritt um sich vom Einheitsbrei der bestehenden Webkataloge abzusetzen. Unsere Erfahrung hat in den letzten Jahren gezeigt, dass die individuell angepaßten Verzeichnisse oftmals auch die höcheren Werbeumsätze erzielen und die Kunden wissen auch den Mehrwert dieser Projekte zu schätzen.

5. Die Kategorie – Struktur

Viele Anfänger befüllen sich Ihr Verzeichnis direkt zu Anfang mit Hilfe von vorgefertigten Dumps und dieses wird in der Regel von Google nicht gern gesehen, denn der entscheidene Fehler ist hier die Masse an leeren Kategorien. Es spricht zwar nichts gegen die Nutzung von Branchen– oder Bunderländer – Dumps, jedoch sollten Sie zwingend darauf achten, dass die leeren Kategorien von der Software ausgeblendet werden.

Die entsprechenden Einstellmöglichkeiten finden Sie bei easyLink z.B. unter dem Punkt:
ACP > Einstellungen > Leere Kategorien ausblenden > Ja .

Oftmals glaubt man, dass sich bei nur wenigen Kategorien niemand eintragen wird, doch denken Sie mal darüber nach…ist das tatsächlich so? Ich für meinen Teil finde es eher abschreckender, wenn ich auf tausende leere Kategorien stoße, als wenn ich auf einen kleinen gut gefüllten Katalog treffe, der stetig erweitert wird. Natürlich bedeutet das eine Menge Arbeit für den Admin, doch diese Arbeit wird sich am Ende auch in messbarem Erfolg für Sie auszahlen.

6. Halten Sie die Vorgaben der W3C ein

Ganz besonders möchte ich hier auch die Einhaltung der W3C Vorgaben ansprechen, denn immer wieder fällt mir auf, dass von Nutzern erweiterte Portale nur so mit Fehler gespickt sind. Da werden massenweise JavaScripts und andere Widgets in den Code implementiert und am Ende zeigt der Validator mal wieder einige hundert Markupfehler im Quellcode an. Das muss so nicht sein, denn es gibt bereits zahlreiche kostenlose Browsererweiterungen, die Sie bei der Anpassung Ihrer Seite unterstützen können.

Für den Firefox kann ich hier z.B. den HTML Validator auf Basis von Tidy empfehlen, der Ihnen sogar entsprechende Lösungsvorschläge zu Ihren Quellcodefehlern aufzeigt. Profis hingegen wissen schon seit einiger Zeit den Firebug zu schätzen, der noch weitaus mehr Funktionen für die Anpassung von Stylesheets mit sich bringt.

Natürlich mag man jetzt sagen, dass noch niemand den tatsächlichen Einfluß von validem Code auf die Suchmaschinen bewiesen hat, doch fakt ist…wenn wir als Nutzer eine saubere Seite mit sauberen Code im Browser sehen, dann sieht der Spider dieses auch und die Indexierung eines validen Codes erleichtert ihm die Arbeit ungemein.

7. Halten Sie Ihr Verzeichnis sauber

Der große Unterschied zwischen einer Suchmaschine und einem Webkatalog ist die redaktionelle Arbeit des Betreibers und das ist auch zugleich Ihr größter Vorteil. Halten Sie Ihr Verzeichnis sauber indem Sie sowohl die Einträge, als auch die Kommentare regelmäßig kontrollieren. Nehmen Sie nicht jeden Bewerber in das Verzeichnis auf, auch wenn es zu Anfang vielleicht verlockend erscheint. Seien Sie also ruhig selektiv und lehnen Anfragen strikt ab, die nicht in das Konzept Ihres Projektes passen.

Nichts ist schlimmer als unbemerkter Spam in den Kommentaren oder gar in den Beschreibungen der Eintragstexte und auch wenn gerade dieser Punkt eine Menge Zeit beanspruchen wird, so sollte man die Wichtigkeit dieses Punktes nicht ausser acht lassen. Ein Spam – Verzeichnis ist ganz schnell aus dem Index der großen Suchmaschinen verschwunden und daher beugen Sie dem durch Kontrolle vor.

8. Meta Description und Meta Keywords ruhig mal weglassen

Bei diesem Punkt dürfte nun das Weltbild viele Katalogbetreiber ziemlich wackeln, denn viele investieren noch immer sehr viel Zeit in die Optimierung der Meta-Keywords bzw. der Meta-Description, doch zumindest für die Keywords können Sie sich die Arbeit eigentlich sparen, da diese vom Markführer Google nicht einmal mehr ausgewertet werden. Viele Betreiber gehen sogar bereits dazu über und lassen den Keyword – Tag ganz aus dem Quellcode heraus.

Falls Sie die Keywords der Vollständigkeit halber dennoch verwenden möchten, sollten Sie dort aber auf keinen Fall Keywords eintragen, die nichts mit dem Thema Ihres Verzeichnisses zu tun haben! Tragen Sie nur themenrelevante Suchbegriffe ein und beschränken Sie sich dabei auf die wichtigsten 5-10 Punkte.

9. Content statt Backlinkpflicht

Sofern Sie den Eintragenden zu einem Backlink zwingen, verstößt dieses gegen die Webmaster Richtlinien von Google und führt im schlimmsten Fall zu einer Herabstufung Ihres Webkataloges im Index des Marktführers. Verzichten Sie daher lieber ganz auf dieses Instrument und nutzen Sie Ihre Energie, die Sie sonst in die Prüfung der Backlinks investiert haben, um den Nutzern weiteren Content zu liefern.

Erweitern Sie Ihren Katalog um zusätzliche Seiten und veröffentlichen Sie dort themenrelvante Artikel. Sie werden sehen, dass die Backlinks nach einiger Zeit von ganz allein kommen, denn auch hier zeigt die Erfahrung, dass Webmaster gern bereits sind einen freiwilligen Link auf interessante Informationsquellen zu setzen. Backlinkzwang hingegen hilft Ihren nur augenscheinlich und kurzfristig.

10. Erwarten Sie keine Wunder

Der wichtigste Tipp dürfte jedoch sein, sich Zeit für sein Projekt zu nehmen. Erwarten Sie bitte keine Wunder, denn der Aufbau eines guten funktionierenden Kataloges ist nicht in wenigen Tagen zu schaffen. Es reicht auch nicht, einfach eine Software zu nehmen und nun zu glauben, dass einem der sofort große Wurf gelingt.

Ganz im Gegenteil das Internet ist einem stetigen Wandel unterzogen und davon sind auch die Webkataloge nicht ausgenommen. Wenn Sie sich jedoch die Zeit nehmen, das Verzeichnis stetig auszubauen und zu verbessern, dann werden Sie zwangsweise auch einen messbaren Erfolg ernten können.

Und nur nochmals zu Erinnerung:

Der große Unterschied zwischen einer Suchmaschine und einem Webkatalog ist die redaktionelle Arbeit des Betreibers und das ist auch zugleich Ihr größter Vorteil.

Ich hoffe jedenfalls, dass die hier aufgeführten Tipps dem ein oder anderen auf seinem Weg zum erfolgreichen Portalbetreiber weiterhelfen können und ich freue mich jetzt schon auf eine angeregte und hoffentliche faire Diskussion in den Kommentaren… 😉

8 comments for “Goldene Regeln für einen guten Webkatalog

  1. 6. Juni 2008 at 11:36

    Vor einiger Zeit wäre der Artikel noch richtig was wert gewesen. Heute ist ein solcher Artikel leider kaum noch etwas wert, da Google Webkataloge massiv abgewertet hat und der Mehrwert eines Webkataloges minimal ist.

    So ist das leider…

    Constantin

  2. 6. Juni 2008 at 11:42

    Das sehe ich nicht so, denn wenn du die Aussagen im Google Blog dir mal genauer anschaust, dann wirst du schnell erkennen, dass Google von einem Webkatalog nun eine gewisse Qualität verlangt. Es geht darum dem Einheitsbrei zu vermeiden und das ist grundsätzlich eine gute Sache.

    Webkataloge als schnelles SEO Werkzeug machen sicherlich kaum noch Sinn…aber ein gut aufgebauter thematischer Katalog hat auch heute noch große Chancen und genau darum geht es ja in dem Artikel.

  3. 6. Juni 2008 at 12:37

    Vielen Dank für den sehr informativen Artikel. Ich bastel für meine Seite grad an einem „privaten Webkatalog“, den ich bisher nicht unter dem Gesichtspunkt „Mehrwert für Dritte“ betrachtet habe. Muss ich wohl zurück ans Zeichenbrett ; )

    Auf die Verwendung von spezieller Software werde ich jedoch verzichten. Grundkenntnisse in HTML sollten für die Betreuung eines kleineren Katalogs ausreichen, oder?
    Hast du konkrete Erfahrungen mit Katalog-Software? Gibt es da taugliche kostenlose Varianten? Gar eine Open Source Lösung?

    Was hältst Du für sinnvoller: Ausschliesslich redaktionelle Einträge oder lieber nutzergeneriert? Macht man sich mit einem nutzerbasierten Katalog nich zum Spamopfer…

    Fragen über Fragen – bin auf weitere Artikel zu diesem Thema gespannt.

    Mit hanfigen Grüßen
    Steffen

  4. 6. Juni 2008 at 13:15

    Hallo Stefan,

    bitte habe Verständnis dafür, dass ich als Entwickler einer der meist genutzten Softwarelösungen in diesem Bereich keine Fragen zu den Produkten unserer Mitbewerber beantworten kann.

    Informationen zu unseren Produkten findest du hier:
    http://shop.mountaingrafix.at/

  5. Flo
    28. September 2008 at 02:54

    Klar ist ein „gut gemachter“ Katalog immer noch etwas schönes – wenn man ihn hat – bis dahin ist, denke ich, aber das der Aufwand so etwas zum laufen zu kriegen doch erheblich. Nicht zuletzt aufgrund der von Google geforderten Spezialisierung ist der Markt /Traffic und damit die möglichen Einnahmen wahrscheinlich eher bescheiden. Ein Katalog starten ist in meinen Augen alles in allem doch ein etwas riskantes Unterfangen in der heutigen „Web 2.0“ Zeit.

  6. 28. September 2008 at 09:17

    Hallo Flo…

    du wirst verstehen, dass ich die Sache naturgemäß etwas anders sehe, denn natürlich macht es keinen Sinn mehr, einen 08/15 Webkatalog zu erstellen und das ist in meinen Augen auch gut so, aber gut gemachte professionelle Projekte haben noch immer sehr gute Erfolgschancen auf dem Markt.

    Darüber hinaus muss man in jedes Projekt sehr viel Zeit und Geduld informieren, egal ob es sich dabei um ein Verzeichnis oder um irgendein anderes Projekt handelt.

  7. 19. Juli 2010 at 12:26

    Speziell was die Usabillity und die leeren Kategorien angeht, finde ich diesen Artikel recht gelungen. Ein Aspekt, der oftmals in der gesamten von SEO’s inszinierten WK-Diskussion vergessen wird, da so endlich mal von echten Besuchern die Rede ist. Webkataloge haben weit aus mehr zu bieten, als eine Backlinkfabrik zu sein.

  8. 10. November 2011 at 17:20

    Ja, aber manchmal stimmt alles mit einem Webkatalog: technisch ok, SEO ok, alles sauber, keine verkaufte Links, kostenlos und ohne Backlinkpflicht, jede Webseite hat eigene Unterseite mit allem drum und dran, keine Spam Einträge usw. – und trotzdem von Google abgestrafft – obwohl gar kein Verstoß gegen Richtlinien. Da helfen keine Theorien mehr.

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