Google Chrome – Mein persönlicher Eindruck

Bisher war ich eigentlich noch immer der Meinung, dass Chrome z.B. an glänzenden Autoteilen oder Badarmaturen zu finden sei, doch Google hat uns mal wieder eines besseren belehrt, denn seit gestern Abend 21.00 Uhr kann die erste Betaversion des neuen Google Browers Chrome heruntergeladen werden und schon überschlagen sich die Ereignisse.
Allein via. Twitter waren innerhalb weniger Minuten mehrere tausend Tweets zum Thema verfügbar und in der Blogosphäre jagt derzeit natürlich auch ein Artikel den anderen.
Was ist von dem neuen Browser zu halten?
Meiner Meinung nach, hat uns Google mit der Veröffentlichung seines Browsers Chrome mal wieder sehr eindrucksvoll gezeigt, wie wir alle an der Nabelschnur des Suchmaschinenriesen hängen, denn bei keiner anderen Browsersoftware wäre wohl so eine Welle losgetreten worden.
Nüchtern gesehen, ist Chrome ein Browser und nur weil er von Google ist, macht ihn das noch nicht zu etwas besonderem. Ganz im Gegenteil, die Frage ist nämlich zunächst, ob wir neben Firefox, Opera, Safari und dem Internet Explorer wirklich noch einen Browser brauchen?
Als Entwickler beantworte ich diese Frage ganz klar mit: Nein, denn offen gesagt habe ich wirklich etwas anderes zu tun, als meine Webprojekte nun noch für den x-ten Browser zu testen und diesem ggf. mit einem speziellen Stylesheet eine Sonderwurst zu braten.
Auf der anderen Seite frage ich mich natürlich auch, ob wir der große Datenkrake Google die Arbeit noch leichter machen sollen, in dem wir ihr die Gelegenheit geben, mittels unseres Browsers auch die letzten Informationen über unser Surfverhalten aufzusaugen.
Ich persönlich habe den Browser schon allein aus dem Grund nach einigen Tests wieder deinstalliert und ich kann nur hoffen, dass viele andere Nutzer auch so handeln werden.
Selbstverständlich hat Chrome auch einige interessante Feature wie die enorme Rendering – Geschwindigkeit und die hohe Stabilität zu bieten, doch ob das wirklich reicht, sich in diesem hart umkämpften Marktsegment zu behaupten, bleibt abzuwarten.
Trotzdem würde es mich nicht wundern, wenn der neue Browser bis zum Jahresende allein aufgrund der Popularität des Herstellers einen Marktanteil von über 10% erzielt. Ob dieser jedoch dauerhaft stabil bleibt, das dürfte dann wohl noch auf einem anderen Blatt stehen.
Andere Blogger, wie Georg Holzer, sehen die Situation jedoch ein wenig anders:
Sollte der es bis Jahresende – trotz eines zu erwartenden neuen Google Packs – auf zehn Prozent Marktanteil schaffen, fresse ich einen Besen.
Lassen wir uns daher überraschen, wie sich der aktuelle Hype um Chrome entwickelt und wenn der Browser am Jahresende tatsächlich die 10% Marke knacken sollte, dann fähre ich persönlich in die Wörthersee Podcast-Studios um Georg einen “handgemachten” Besen zu überreichen.
Nachtrag: 03.09.2008 – 10:15 Uhr
Ich sehe gerade, dass Robert sich die Mühe gemacht hat, die Privatsphären-Erklärung von Google Chrome vollständig zu lesen und wie bereits vermutet, sendet der neue Browser nicht nur Informationen wie Version usw. nach MountainView, sondern auch die eingetippten URLs!

Sascha Schoppengerd
MountainGrafix
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