Data Becker vs. to-date-partner.de
Man könnte fast vermuten, dass sich die Rechtabteilung von Data Becker ein paar gute Tips von RTL geholt hat, denn anders kann man schon kaum noch erklären, warum sich nach dem Skandal um die Seite dsds-news.de nun der nächste Goliath plötzlich berufen fühlt, seine Ansprüche auf eine registrierte Domain geltet zu machen.
Aber mal der Reihe nach…
Wie Uwe Heidemann auf seiner Seite to-date-partner.de erklärt, ist seit dem 25. Mai 2007 ein so genannter to-date Partner des Verlagshauses Data Becker und er ist nicht nur irgendein Partner von vielen, sondern er gehörte bis vor kurzem sogar zur Riege der Premiumpartner. Alle Unternehmen in diesem Verbund haben sich bereiterklärt, zum einen die Produkte der Firma Data Becker zu vertreiben und zum anderen, den Kunden bei Support-Fragen zu unterstützen.
Man könnte das also als klassische WIN:WIN Situation betrachten. Der David hilft dem Goliath beim Vertrieb seiner Produkte bzw. er entlastet auch das Haupthaus bei Support-Fragen und im Gegenzug profitiert er von dem bekannten Namen seines Partners und kassiert auch noch ein paar hübsche Provisionen für den Lizenzverkauf.
Alles könnte so schön sein, wenn Data Becker da nicht auf die Idee gekommen wäre, im September 2008 die Bezeichnung “-to date-” als EU-Marke und internationale Marke eintragen lassen. Plötzlich ist nämlich nix mehr mit WIN:WIN, sondern in der Rechtsabteilung von Data Becker sieht man nun die Markenrechte durch seine eigenen Partner verletzt und wünscht umgehend die Löschung aller Inhalte unter der Domain to-date-partner.de.
Ein Schelm ist, wer jetzt denkt, dass die Damen und Herren in Düsseldorf dies nur tun, weil sie wahrscheinlich in den letzten 5 Jahren vieles in Punkto Suchmaschinen-Optimierung verpaßt haben und mit allen Mitteln versuchen, die Konkurrenz aus eigenen Hause auf die Plätze zu verweisen. Nein, das möchten wir hier wirklich nicht unterstellen…ich überlasse es daher jedem Leser selbst, sich seine Meinung zu den etwaigen Gründen zu bilden.
Nun…Herr Heidemann ist ja nicht nur ein “guter”, sondern er versucht auch stets allen Streß zu vermeiden und daher bietet er der Gegenseite auch umgehend an, die Domain gegen ein entsprechendes Angebot zu übertragen und die Produkte aufgrund der langjährigen Geschäftsbeziehung über eine andere Seite weiter zu vertreiben.
Eigentlich sollte man jetzt denken, die Geschichte sei vom Tisch, denn schließlich weiß jeder Jura – Student im 1 Semester, dass etwaige Markenrechte erst dann zur Geltung kommen, wenn die Verletzung nach der Eintragung der jeweiligen Marke entstanden ist und da die Domain bereits vor Jahren registriert- und sogar von Data Becker so genehmigt wurde, hat man zumindest nun juristisch keinerlei Karten mehr, die man auspielen könnte.
Jetzt wäre Düsseldorf aber nicht Düsseldorf und Data Becker sicherlich nicht Data Becker, wenn man da nicht noch ein kleines Ass im Ärmel hätte und so kam die Antwort dann auch gleich, wie Herr Heidemann selbst schreibt, per Gerichtsvollzieher ins Haus:
Kündigung des to date Partner- und Premium Partnervertrages ohne Begründung.
Dazu noch die Aufforderung, eine strafbewehrte Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung abzugeben …. welches ich natürlch nicht tat. Ist aber in diesem Fall auch überflüssig. Denn: Wer möchte schon gerne und freiwillig die Produkte eines Unternehmens anbieten und vertreiben, das so mit seinen Geschäftspartnern umgeht. Ich jedenfalls nicht.
Wenn man solche Geschichten vor sich hat, dann kann man nur immer wieder mit dem Kopf schütteln. Was hat man denn nun auf Seiten von Data Becker erreicht? Man hat nicht nur einen sehr guten Partner verloren, der seit Jahren die eigenen Produkte mit viel Überzeugung an den Mann bzw. die Frau gebracht hat, sondern man hat auch noch einen nicht abschätzbaren Imageschaden im eigenen Haus verursacht.
Leider zeigen Beispiele wie das der Bahn, Belkin oder auch dieses immer wieder, dass viele große Unternehmen die Macht von Social-Networks, Blogs und Twitter noch immer nicht erkannt haben. Viel zu oft werden dort noch immer Entscheidungen getroffen, ohne sich zuvor der Tragweite des Problem wirklich bewußt zu sein.
Die internationale Vernetzung sorgt heute einfach dafür, dass positive wie auch negative Meldungen über ein Unternehmen in sekundenschnelle um die ganze Welt getwittert oder gebloggt sind und daher werden die möglichen Konsequenzen einfach viel zu wenig von den Unternehmen abgewogen.
Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn die Blogger – Gemeinde auch in diesem Fall zusammenhält und alles dafür tut, diesen Fall für die Öffentlichkeit zu publizieren, denn genau das stärkt unsere Gemeinschaft!







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