Die eigene php.ini als Haftungsfalle?

Fast jeder Provider ermöglicht heute seinen Kunden die Anpassung der PHP Installation über eine eigene php.ini zu modifizieren und die Geschichte ist ja auch wirklich zu verlockend. Wenn meine Anforderungen von der Standard-Installation des Providers abweicht, dann erstelle ich mir meine persönliche php.ini, werfe diese auf den Server und schon sind alle glücklich.

Aber ist das wirklich so? Nicht immer wie wir bei unser täglichen Arbeit mit den einzelnen Providern feststellen mussten, den viele Anbieter nutzen genau diese Gelegenheit um den eigenen Kopf bei Haftungsfragen aus der Schlinge zu ziehen oder um zumindest einen Teil der Kosten auf den eigenen Kunden zu übertragen. Und wer liest schon wirklich die ganzen AGB?

So findet sich z.B. bei der Strato AG der folgende Text:

Der Kunde ersetzt STRATO alle Schäden, die aus einer Verletzung der vorstehenden Regelungen entstehen, soweit er dies zu vertreten hat. Der Schadensersatz erfasst auch die angemessenen Kosten einer notwendigen Rechtsverteidigung.

Hört sich ja erst einmal nicht so dramatisch an, aber was besagen die vorstehenden Regelungen denn genau? Schaut man dann ein weiteres mal hin, dann stößt man auch auf Passagen wie diese:

4.3 Der Kunde ist verpflichtet, seine Systeme und Programme so einzurichten, dass weder die Sicherheit, die Integrität noch die Verfügbarkeit der Systeme, die STRATO zur Erbringung ihrer Dienste einsetzt, beeinträchtigt wird.

Doch was soll man als Kunde unter diesen Zeilen nun verstehen? Was genau darf ich den tun um die Sicherheit und die Stabilität der einzelnen Systeme nicht zu gefährden. Gefährde ich diese Sicherheit bereits dann, wenn ich z.B. über meine php.ini den safe_mode deaktiviere oder wenn ich allow_url_fopen aktiviere?

Eine Antwort auf genau diese Fragen bleiben und die Geschäftsbedingungen schuldig und so ist es vermutlich eine reine Auslegungsache der Firma Strato ist, was hier erlaubt ist und was nicht. Nachfragen beim Support ergeben jedenfalls in genau dieses Bild, denn verschiedenen Kunden wurde in der Vergangenheit vom Anbieter mitgeteilt, dass er bei Nutzung einer eigenen php.ini sowohl den Support-Anspruch verliert, als auch bei einem Problem in Haftung genommen wird.

Nun mag ich nicht darüber urteilen, in wie weit eine solche Reglung rechtlich überhaupt tragbar ist, doch fest steht das ein möglicher Rechtsstreit um eine derartige Haftungsfrage mächtig ins Geld gehen dürfte und so sollte man lieber im Vorfeld etwas vorsichtiger sein. Schaut also mal genauer in die AGB eures Providers und fragt im Zweifel einfach mal nach, wie es sich beim Einsatz einer individuellen Konfiguration mit der Haftung verhält.

2 comments for “Die eigene php.ini als Haftungsfalle?

  1. Christopher
    9. August 2015 at 01:40

    Oh Wow, und ich bin auch noch Strato Kunde , sowohl Webspace für meine Homepage und zugleich Server habe ich dort. Als das muss ich mir wirklich mal bei Strato genauer durchlesen. Danke fürs mitteilen.

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