Google startet eigenen Kurz-Url Dienst

Heute war ein ganz besonderer Abend in MountainView, denn einer der 3 Imperatoren aus dem Orden der Googleianer hatte die firmeneigenen Ritter der Apokalypse in den herrschaftlichen Thronsaal gerufen. Es galt bei einem opulenten Mahl darüber zu streiten, welche Schritte für die Expansion des Imperiums notwendig sein.

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Die Zeiten waren in den letzten Monaten schließlich härter geworden, denn während die hauseigenen Datenkraken in den zahlreichen auf dem Planeten verteilten Serverfarmen täglich größen Hunger bewiesen, rekrutierten die Rebellenorden Twitterian und Facebook immer mehr Nutzer im Kampf gegen die Googleianer.

Es musste also etwas geschehen und zwar sehr schnell! Nachdem bereits einige Schlachten gegen die Rebellen verloren wurden, konzentrierte man sich nun auf die Versorgungslinien des Gegners und so lenkte einer der Imperatoren die Blicke der Gefolgschaft auf den kleinen Zauberlehrling Bit.ly.

Dieser gehörte seit einiger Zeit zu den mächtigsten Verbündeten der Twitterianer und Millionen von Nutzern erfreuten sich Tag ein und Tag aus an seiner Zauberkunst. Würde man es nun schaffen, diesen Verbündeten aus dem Reich zu vertreiben, dann stünde das Volk der Twitterianer ganz allein da und einer weiteren Schlacht, die letztendlich zur Übernahme der feindlichen Burg führen würde, steht fast nichts mehr im Wege.

Nun gut…soweit war es noch nicht und daher schickten die Imperatoren Ihre Ritter der Apokalypse hinaus ins Reich um ebenfalls einen so begabten Zauberer zu finden, wie jener, die für das Volk der Twitterianer arbeitete. Fündig wurde man nach einiger Zeit in der hintersten Ecke einer dunklen Schlucht des Reiches. Viele Ritter hat sich zuvor schon daran versucht, dass Tal der hoffnungslosen Programmierer zu durchqueren, doch alle Versuche waren in der Vergangenheit zum Scheitern verurteilt gewesen. Heute war den Ritter jedoch die eigene Gottheit wohlgesonnen und so stieß man auf einen kleinen niedlichen Knaben mit dem Namen goo.gl. Doch war er auch ein großer Zauberer?

Zurück im heimischen Thronsaal berichteten die Ritter und Kundschafter dem Imperator so gleich von dem wertvollen Schatz, den sie gefunden haben. „Mein Gebieter! Mit Hilfe von goo.gl wird es uns Googleianern endlich möglich sein, den Zauberer bit.ly zu vertreiben“ … so priesen die Untertanen hoffnungsvoll ihren Fund im Thronsaal an. Doch Imperator mochte nicht so recht von dem Knaben überzeugt sein und so ordnete er an, dass goo.gl zunächst nur innerhalb eines kleinen Kreises der wichtigsten Personen des Reiches, die allsamt die Google Toolbar nutzten, zaubern dürfe.

Doch jeder, der den Imperator näher kannte, der wußte gleich das der neue Zauberer nicht gekommen war um die Menschen des Volks zu belustigen oder um den Zauberer bit.ly zu vetreiben. Nein, im Wahrheit plante man innerhalb der kühlen Wände von Schloß MountainView einen großen Angriff auf die gesamte Menschheit, denn dadurch das goo.gl zukünftig durch das gesamte Reich ziehen würde um die Menschen zu erfreuen, sammelte er gleichzeitig auch viele wichtige Daten über das Wohlbefinden und die Interessen des Bewohner.

Das Imperium würde zukünftig also darauf verzichten können, dass Futter für die allmächtige Datenkrake durch viele umfangreiche Algorithmen und eine Glaskugel selber zu berechnen, denn schließlich kamen all diese dummen Nutzer zum Zauberer goo.gl und erzählten ihm freiwilig einiges über Ihr Leben.

Durch die vielen Webbeschreibung zu anderen Völkern, die man ihm täglich zustecken würde, kann das Imperium innerhalb weniger Sekunden ermitteln, was die Menschen bewegt und welche Sorgen sie haben. Auch erhält man auf diese Weise darüber wichtige Rohstoff-Informationen. Sind Ressourcen knapp, kann das Imperium Sie verteuern oder diese Informationen an den bösen Orden der Werbewirtschaft für ein paar Goldstücke verkaufen.

Es ist nicht auszudenken, welche Macht das Imperium durch den kleinen Zauberer noch erlangen wird und niemand kann heute sagen, in wie weit der Imperator seine Macht mißbrauchen wird um den Bauern des eigenen Volkes zu schaden, doch eines können wir ganz bestimmt sagen, unsere eigene Zeit lauft ab.

1 comment for “Google startet eigenen Kurz-Url Dienst

  1. 16. Dezember 2009 at 12:23

    Ein wirklich spitze geschriebener Artikel. Wirklich überraschend ist der Schritt von Google nicht wirklich, nur so langsam frage ich mich, wieso gibt man das Internet nicht gleich in die Hände von Google wenn man dort eh alles aufkauft oder nachmacht.

    So long … möge Google mit euch sein 😉

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