Ist Österreich ein SEO und SMO Entwicklungsland?

Ich lese gerade drüben beim Maximilian einen recht interessanten Artikel zum Thema Suchmaschinen-Optimierung und Online-Marketing in Österreich und auch wenn der Artikel einige doch sehr ironische Passagen enthält, so halte ich persönlich die Kernaussagen des Beitrags durchaus für richtig.

Ich selbst habe nach meinem Umzug von Deutschland nach Österreich erfahren können, wie leicht es in den hiesigen lokalen Serps möglich ist, nicht nur auf die vorderen Plätze zu gelangen, sondern auch diese Positionen dauerhaft zu sichern. Aus dem deutschen Markt, der in vielen Punkten extrem hart umkämpft ist, war ich da ganz andere Dinge und auch ganz andere Umgangsformen der SEOs untereinander gewohnt.

Nur woran liegt das eigentlich? Sicherlich mag es sein, dass viele Unternehmen einfach derzeit keinen Sinn darin sehen, die Seiten z.B. für google.at zu optimieren, da sie selber vielleicht Ihren Fokus auf den deutschen Markt gelegt haben und einen Großteil ihrer Leistungen in das EU-Umland verkaufen, doch liegt es hier nicht in der Verantwortung der lokal tätigen Online-Berater dem Kunden seine Möglichkeiten aufzuzeigen?

Ich persönlich habe noch keinen Kunden kennengelernt, der nicht daran interessiert gewesen ist, seinen Umsatz zu steigern oder seinem Unternehmen zu mehr Wachstum zu verhelfen. Sie vielleicht? Ich denke viel eher, dass die Ursache für dieses Problem keineswegs bei den Kunden, sondern viel eher bei uns selbst zu suchen ist, denn schließlich haben wir es versäumt den Boom des deutschen SEO-Marktes auf Österreich zu übertragen.

Natürlich trug zu dieser Situation auch bei, dass Google selbst erst in den letzten Jahren den Fokus auf die regionalen Angebote gelegt hat, aber während die gesamte internationale SEO-Szene sich wie ein Schwarm Heuschrecken auf den deutschen und den US-Markt gestürzt haben, gab es trotzdem eine kleine Gruppe, die für sich eine Chance in den Nischenbereichen erkannt hat…

…die vielen Touristiker mit Ihren Tourismusverbänden…

Zumindest bei uns in Tirol gehört der Tourismus nämlich zu den wichtigsten Wirtschaftsfaktoren und während in den Nachbarländern erbitterte Kämpfe im Suchmaschinenpositionen geführt wurden, hat sich diese Zunft langsam aber sicher einen großen Teil des regionalen Online-Marktes gesichert.

Immerhin 98% der österreichischen Gastbetriebe geben schließlich an, dass sie über eine eigene Unternehmenspräsenz im WWW verfügen und diese Seiten werden nicht selten durch Agenturen gepflegt, die den örtlichen Tourismus-Organisationen angeschlossen sind.

Worauf der Fokus hier in den letzten Jahren lag, wird schnell deutlich, wenn man mit den betroffenen Gastgebern einmal persönlich spricht, denn viele beklagen sich noch immer darüber, dass sie zwar jährlich horrende Summen für die Website und mögliche Buchungssysteme an die Betreiber überweisen müssen, doch in der Anzahl der gebuchten Übernachtungen machen sich diese Investitionen oftmals kaum bemerkbar.

Was hat das aber nun mit der aktuellen SEO oder SMO Situation in unserem Land zu tun? Nun gut…für die in diesem Bereich tätigen Agenturen sind regionale SEO bzw. SMO Aktivitäten oftmals kein Thema, denn auch hier konzentriert man sich wohl vermehrt darauf, zumindest die eigenen Seiten im EU-Umland wesentlich stärker aufzustellen. Die Seiten der betroffenen Herbergen laufen in solchen Agenturen oftmals nur mit, denn zahlen muss der Betreiber eh und die Buchungsaktivitäten möchte man dann doch lieber im Ausland generieren.

Was soll man den Unternehmern in Österreich nun vorwerfen? Das sie sich haben schlecht beraten lassen oder das sie genau die Techniken umsetzen und auch glauben, die ihnen schlechte Berater vorgeschlagen haben?

In meinen Augen fängt eben an dieser Stelle unser Auftrag an, denn jetzt und in Zukunft wird ist es wohl unsere Aufgabe sein, den hiesigen regionalen Markt zu stärken und in Teilen zu konsolidieren. Wir müssen auf die Unternehmen zu gehen und Ihnen aufzeigen, wie man mit Hilfe der Suchmaschinen und durch den Einsatz von Social Media Kampagnen neue Kunden und Zielgruppen erreichen kann. Wir müssen Ihnen die Werkzeuge für eine nachhaltige Kundenbindung an die Hand geben.

Wenn wir nämlich unsere Arbeit besser machen, dann wird sich auch die Situation für AT-Domains in den Serps künftig verändern, doch dazu wäre es in Österreich auch dringend notwendig, dass sich die einzelnen SEO und SMO-Dienstleister untereinander wesentlich besser vernetzen. Statt das Wissen zu teilen und so voneinander zu profitieren, sehen sich die meisten der eh schon sehr wenigen Anbieter leider eher als neidende Mitbewerber.

Ich für meinen Teil wäre jedenfalls stark für einen solchen nationalen Ausbau der Netzwerke und so biete ich natürlich auch jedem zu jederzeit an, mich auf Facebook, Xing oder Twitter aufzunehmen.

9 comments for “Ist Österreich ein SEO und SMO Entwicklungsland?

  1. 8. Januar 2010 at 15:14

    Hi – sehr schön Artikel, ich pflichte dir auch über all bei.
    Nur zu der Aussage „In meinen Augen fängt eben an dieser Stelle unser Auftrag an, denn jetzt und in Zukunft wird ist es wohl unsere Aufgabe sein, den hiesigen regionalen Markt zu stärken und in Teilen zu konsolidieren. Wir müssen auf die Unternehmen zu gehen und Ihnen aufzeigen, wie man mit Hilfe der Suchmaschinen und durch den Einsatz von Social Media Kampangen neue Kunden und Zielgruppen erreichen kann. Wir müssen Ihnen die Werkzeuge für eine nachhaltige Kundenbindung an die Hand geben.“

    Jaein…wie geschrieben – für die gleiche Arbeit erhälst du beim deutschen Markt wesentlich mehr Revenue..warum sollte man dann anfangen , den österreichischen Markt anzugehen? Höchstens in jenen Bereichen, wo viel traffic für geringe Arbeit zu erwarten ist.

    Bernd hat in meinem Blog geschrieben, dass viele Firmen es „normal“ empfinden, bei google top zu ranken..damit bringt ers voll auf den Punkt , genau so ist es. Wenn die AT serps befüllt sind und die Firmen anfangen, Boden unter den Füßen zu verlieren, dann erst werden sie anfangen…zumindest die meisten.

    Danke für Tourismus Infos, sind auch mal interessant

    Liebe Grüße vom anderen Ende Österreichs 😉

  2. 8. Januar 2010 at 17:39

    Aber bitte nicht Social Media ‚Kampagne‘!!!

    • Jan
      8. Januar 2010 at 20:57

      Es ist wirklich leichter etwas in Österreich zu erreichen, na da werden sich jetzt wohl einige seos hier d auch noch darüber machen

  3. 8. Januar 2010 at 18:57

    Hallo Monika…

    vielen Dank für den Hinweis. Ich habe den kleinen Fehlerteufel sofort aus dem Text verbannt.

  4. 8. Januar 2010 at 21:21

    so leute jetzt wirds ernst, der 1. österreichische SEO stammtisch ist ausgerufen, ich bitte um eure untersützung! http://levelseven.at/7n

  5. Lukas
    8. November 2016 at 06:49

    Sehr interessanter Artikel. Hatte mir darüber schon einmal Gedanken gemacht – jetzt noch verstärkter, Danke!

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